
» Modernste Technik wie die Echokardiographie gestattet den Ärzten der Nachsorgeklinik Tannheim exakte kardiologische Befunde. Und natürlich ist das Verfahren für unsere Patienten absolut schmerzfrei!

Dr. med. Thomas Borth-Bruhns
Stellvertretender Ärztlicher Leiter
Chefarzt Kardiologie
Tel.: 0 77 05 / 92 02 74
borth-bruhns@tannheim.de
Herzfehler gehören zu den häufigsten angeborenen Fehlbildungen des Menschen. Da das Herz ein sehr komplex aufgebautes Organ ist und potentiell an jeder Stelle fehlgebildet sein kann, ist die Zahl an unterschiedlichen Herzfehlern praktisch unüberschaubar. Prinzipiell reicht die Palette von minimalen Veränderungen an den Herzklappen – lebenslang ohne Bedeutung für die Funktion – bis hin zur Unter- oder Nichtanlage großer Abschnitte des Herzens beim kritisch kranken Neugeborenen.
Man geht von rund 7.000 lebendgeborenen Babys pro Jahr aus, die in Deutschland mit einem Herzfehler zur Welt kommen. Bei gut 70% dieser Kinder sind medizinische Maßnahmen – meist chirurgisch am offenen Herzen unter Zuhilfenahme der Herz-Lungen-Maschine – erforderlich.
Eine zunehmende Bedeutung bekommen katheterinterventionelle Verfahren, die einen Teil der offenen Herzchirurgie verzichtbar gemacht haben. Es dürften nur wenige Bereiche in der Medizin existieren, in denen sich durch den medizinischen Fortschritt innerhalb nur gut einer Generation so exorbitante Verbesserungen der Behandlungserfolge ergeben haben wie im Bereich der Kinder mit angeborenem Herzfehler.
Nachdem es vor gut vierzig Jahren faktisch keinerlei Behandlungsmöglichkeiten gab und die Kinder in der Regel im Säuglingsalter verstarben, werden heute gut 90% der Neugeborenen mit Herzfehler das Erwachsenenalter erreichen. Insgesamt gehen Hochrechnungen von rund 200.000 Menschen mit angeborenem Herzfehler in Deutschland aus.
Noch vor wenigen Jahren als hoffnungslos betrachtete Fälle mit sehr komplexen Herzfehlern, können heute erfolgreich operiert werden. Insbesondere bei diesen komplexen Herzfehlern, bei denen beispielsweise nur eine statt zwei Herzkammern angelegt sind, können sämtliche derzeit zur Verfügung stehenden Maßnahmen naturgemäß keine "normalen" Verhältnisse herstellen, sondern nur eine Verbesserung der Situation.
Ein Großteil der Patienten muss darüber hinaus mehrmals am offenen Herzen operiert werden. Diese Kinder sind von vornherein aufgrund der bedeutungsvollen Restbefunde als chronisch herzkrank zu betrachten und bedürfen einer hoch qualifizierten, ganzheitlichen lebenslangen Nachsorge. In zunehmender Zahl werden solche Kinder Kandidaten für eine Herz-(Lungen-)Transplantation. Herztransplantierte Kinder sind mittlerweile in der Nachsorgeklinik Tannheim fester Bestandteil jeder Rehabilitationsgruppe.