
» Reiten hilft kranken Kindern und Jugendlichen dabei, besser mit den Folgen ihrer Krankheit umzugehen.

Die Erfahrungen der Reitpädagogen der Nachsorgeklinik Tannheim sind eindeutig: Kinder und Jugendliche, die eine Beziehung zu Pferden aufbauen können, lernen durch den Kontakt zu den Tieren mit den Folgen ihrer Krankheit besser umzugehen.

Keinesfalls steht dabei die reitsportliche Ausbildung an vorderer Stelle, vielmehr geht es im Rahmen der Therapie um eine günstige Beeinflussung der Persönlichkeitsentwicklung insbesondere in den Bereichen Motorik, Wahrnehmung, Lernen, Befindlichkeit sowie Verhalten.
Der Therapiestall der Nachsorgeklinik Tannheim besteht aus dem Stallgebäude, einem Reitplatz, einer Therapie-Reithalle und mehreren Koppeln. Es stehen für das Reitangebot drei Großpferde und drei Ponys zur Verfügung. Außerdem beherbergt der Therapiestall Hühner, Hasen, Meerschweinchen, Ziegen und die Eselin Clara.
Ein zentrales Anliegen bei der Reittherapie ist die Verringerung emotionaler Beeinträchtigungen und die Stabilisierung der seelischen Verfassung. Über die Beziehung zu dem Pferd kann die Bindungsfähigkeit insgesamt gestärkt werden und der Mensch ist wieder verbal wie nonverbal erreichbar für Bezugspersonen.

Jüngere Kinder können nicht wie Erwachsene ihre Sorgen und Wünsche aussprechen und teilen sich anderen oft nur in verschlüsselter Form mit. In ihrem Spiel und einer Aktivität wie dem Reiten spiegeln sie uns ihre innere Welt wieder. Das Reiten, die Begegnung mit Tieren, gibt ihnen die Möglichkeit, sich zu öffnen. Mit Hilfe der Pferde kann Hoffnung und Lebensfreude geweckt werden und bei der Verarbeitung tragischer Erlebnisse wie einer schweren chronischen Erkrankung sind Pferde geduldige Zuhörer.
Die Therapien werden als Einzel- (45 Minuten) und Gruppentermine (vier Kinder bzw. Jugendliche bei 90 Minuten) angeboten. Für den Unterricht stehen zwei Diplom-Reitpädagogen zur Verfügung. Sie wenden auch die Hippotherapie an, womit Sport für behinderte Kinder und Jugendliche gemeint ist.