Rehabilitation für verwaiste Familien

// Verwaisten Reha

„Mit einem Kind stirbt ein Stück von dir, es stirbt die Zukunft“

Ein Jahr und eine Woche war Emil alt, als plötzlich die Atmung versagte. „Plötzlicher Kindstod“ schrieben die Gerichtsmediziner in den Totenschein, eine Erklärung, die die Eltern bis heute nicht begreifen können. Mit Töchterchen Maja Sophie (fast acht Monate alt) nahmen sie in Tannheim an einer Reha für Familien teil, die ein Kind verloren haben. Die Zeit bei der „Verwaisten Reha“ sei „enorm wichtig“ gewesen, auch zur Stabilisierung der Partnerschaft, blicken die Eltern zurück.

Beide Ehepartner sind voll berufstätig, müssen es aus wirtschaftlichen Gründen sein, da wollten sie Emil nach Ablauf der Elternzeit an eine Tagesmutter gewöhnen. An jenem Tag im Februar 2007 sollte er das erste Mal seinen Mittagsschlaf bei ihr verbringen, der Vater sollte vereinbarungsgemäß drei Stunden im Auto vor dem Haus warten, damit er schnell zur Stelle wäre, „falls etwas ist“. Er wurde von einem Handyanruf aus dem Büro seiner Frau aus dem Auto geschreckt, die die Tagesmutter gleich nach dem Notarzt angerufen hatte.

Die größte Gefahr durch plötzlichem Kindstod besteht im Alter zwischen vier und sechs Monaten, die Eltern hatten sich gut informiert, dachten, „mit einem Jahr ist es überstanden.“ Fürsorglich hatten sie auf alles geachtet, um ihrem Sohn gesunden, erholsamen Schlaf zu ermöglichen. Doch: Emil hatte einfach aufgehört, zu atmen. Warum weiß niemand.

Wärme und Geborgenheit

„Mit einem Kind stirbt ein Stück von dir, es stirbt die Zukunft“, sagt Jana D. Ehemann Gerald verdeutlicht: „Sterben ist immer traurig, aber mit der Oma z. B. stirbt Vergangenheit.“ Die beiden suchten Hilfe in einer ambulanten Trauergruppe, doch die Gespräche waren wegen der hohen Fluktuation der Teilnehmenden wenig effektiv.

Als Tochter Maja Sophie geboren wurde und das Umfeld ein Ende der Trauer erwartete, bemerkten Jana und Gerald D., dass ihr Leben keineswegs im Lot war, dass alte Ängste wieder hoch krochen, dass sie selbst kaum in den Schlaf fanden aus Sorge um das Wohl der Tochter.

Eine Psychologin empfahl die Familien-Reha in Tannheim, „das war das Beste, was uns passieren konnte“. Die Mutter vergleicht die Klinik mit einer „Badewanne voller Wärme und Geborgenheit“. Alles hier sei ein „Kann“, nicht „Muss“, niemand in den Gesprächsgruppen sage sonst so viel gehörte und verhasste Sätze wie „Es wird wieder gut“. Das Gefühl von Verlassenheit und „immer traurig sein“ kenne hier jeder: „Es wird eben nicht wieder gut.“

Doch gerade in den Gesprächen mit anderen trauernden Eltern hätten sie eine Ahnung davon erhalten, dass die Trauer um Emil durchaus mit der Freude an seiner Schwester vereinbar sein kann. Dass Emil zwar immer fehlen wird, „aber Maja Sophie soll nicht an unserem inneren Kloß leiden“, sagt die Mutter, „sie soll glücklich aufwachsen und ich will ihre Entwicklung begleiten, so lange ich le­be“.

» Erinnerungsstücke an das geliebte Kind begleiten die Gesprächstherapie.

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