Rehabilitation für verwaiste Familien

// Verwaisten Reha

Indikationen für eine Familienorientierte Rehabilitation Verwaister Familien

Im Rahmen einer 4-wöchigen Familienorientierten Rehabilitationsmaßnahme für verwaiste Eltern ist es möglich, die Trauer um den Tod des Kindes zu reflektieren.

» Aufgenommen werden ausschließlich Familien, die ihr Kind durch eine chronische Krankheit oder einen Unfall verloren haben. Wir können leider keine Familien behandeln, die ihr Kind durch Suizid oder ein Gewaltverbrechen verloren haben. Wir bedauern das sehr und bitten um Ihr Verständnis! Ihnen kann vielleicht hier geholfen werden…

Unsere Therapieziele:
  • die Fähigkeit zu trauern stärken (Raum für Trauer)
  • individuelle Schwierigkeiten im Trauerprozess rechtzeitig zu erkennen und entgegen zu wirken, sowohl bei den Eltern als auch bei den Geschwisterkindern
  • die Trauer des Partners und der Geschwisterkinder in ihrer Art und Weise anzuerkennen, was zu einer Stabilisierung des gesamten Familiengefüges führt
  • Entwicklungsverzögerungen und sekundäre Verhaltensauffälligkeiten der Geschwisterkinder erkennen und behandeln
  • Entstandene Rollenverteilungen innerhalb der Partnerschaft und der Familie zu hinterfragen und bei Bedarf Verhaltensänderungen zu initiieren
  • medizinische Abklärung des allgemeinen körperlichen Zustandes
  • Abklärung psychosomatischer Symptome infolge der Trauer mit entsprechender medizinisch-physiotherapeutischer bzw. psychotherapeutischer Behandlung
  • die Handlungsspielräume in Bezug auf die Beziehungsgestaltung zum näheren und weiteren Bekannten- und Verwandtenkreises zu erhöhen, um so eine verbesserte soziale Unterstützung zu ermöglichen
  • den Bedarf an weiterführenden therapeutischen Begleitmaßnahmen abklären und gegebenenfalls eine stationäre-ambulante Überleitung initiieren
  • Aufbau von körperlicher Fitness

 

» In der Praxis hat es sich gezeigt, dass für eine stationäre Behandlung der Tod des Kindes mindestens ein halbes Jahr zurückliegen sollte. Zu einem früheren Zeitpunkt besteht die Gefahr, dass die Familienmitglieder noch zu sehr in der akuten Phase der Trauer sind und die vielfältigen Angebote einer Rehabilitationsmaßnahme nicht ausreichend für sich nutzen können.

Ist dennoch in der ersten Trauerzeit eine stabilisierende stationäre Behandlung indiziert, können Verwaiste Familien im Einzelfall parallel zu einer stattfindenden Familienorientierten Rehabilitation für chronisch kranke Kinder aufgenommen und begleitet werden. Hierbei steht weniger der Kontakt und Austausch mit gleich Betroffenen im Mittelpunkt der Begleitung, sondern eine erste Stabilisierung des familiären Gefüges und ein Auffangen der akuten Trauerreaktion.

Tod nach einer chronischen Erkrankung

Ein Kind nach einer chronischen Erkrankung zu verlieren bedeutet zumeist, eine lange und belastende Zeit der Begleitung des Kindes während dessen Erkrankung miterlebt zu haben. Häufig ist die Familie schon zu diesem Zeitpunkt aus dem „normalen“ Lebensvollzug gerissen: ein Elternteil begleitet das kranke Kind im Krankenhaus, das andere Elternteil muss Arbeiten gehen und/oder sich um die Geschwisterkinder kümmern.

Die Familien sind häufig auf soziale Unterstützung in ganz alltäglichen Verrichtungen angewiesen und haben kein geschütztes Familienleben mehr. Trotz aller Belastungen bedeutet diese intensive Zeit aber auch, dass die Familien ihr Kind beim Sterben begleiten und sich mit dem bevorstehenden Tod auseinander setzen konnten oder mussten. Der Trauerprozess setzt hier schon früher ein als am Todestag des Kindes, ob bewusst oder eher unbewusst.

Vor Ort ist es den verwaisten Eltern selten möglich, Kontakte mit Familien mit ähnlichen Erfahrungen aufbauen zu können. In ihrer Auseinandersetzung mit diesen speziellen und traumatischen Erfahrungen und Erlebnissen bleiben sie allein und ohne ein tragendes Gegenüber, da der Partner/die Partnerin mit ihrer eigenen Trauer gebunden ist.

Tod nach einem Unfall bzw. durch den plötzlichen Kindstod

Die Trauer um ein verstorbenes Kind durch Unfall bzw. durch den plötzlichen Kindstod weist viele Ähnlichkeiten mit der Trauer um ein verstorbenes Kind nach einer chronischen Erkrankung auf. Und doch macht es einen Unterschied, ob ich mein Kind plötzlich verliere, es sozusagen mitten aus dem Leben gerissen wird. In den Gesprächsrunden kann es gewinnbringend sein, die Perspektiven der anderen Familien mitzubekommen, das Spezielle an der eigenen Trauer heraus zu finden.

Andererseits wird die Gruppe immer so zusammengestellt, dass mindestens zwei Familien teilnehmen, die ihr Kind plötzlich verloren haben, um auch hier die Möglichkeit zum Austausch mit anderen Familien zu haben, die ein sehr ähnliches Schicksal erleben mussten, wie man selbst.

In der Rehabilitationsklinik Tannheim finden die Familien nicht nur Mitbetroffene vor, sondern auch TherapeutInnen, die sich sowohl mit dem Thema Trauer und Trauerbewältigung auskennen, als auch in der Begleitung von Familien mit chronisch kranken Kindern langjährige Erfahrung haben. Dies erleichtert es den Familien, sich auf die Rehabilitationsmaßnahme einzulassen und bestehende Vorbehalte schnell abzubauen. Dieses Einlassen und Vertrauen ist sehr wichtig, gerade vor dem Hintergrund, dass sich die Trauernden oft von ihrem sozialen Umfeld missverstanden fühlen.

» Erinnerungsstücke an das geliebte Kind begleiten die Gesprächstherapie.

Kontakt

Nachsorgeklinik Tannheim gemeinnützige GmbH

Gemeindewaldstraße 75
78052 VS-Tannheim
Telefon: 07705 / 92 00
Fax: 07705 / 92 01 99
IK-Nr. 510 833 461
info@tannheim.de

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