// Standortübungsplatz der Bundeswehr

Besuch von Generalinspekteur Eberhard Zorn in der Nachsorgeklinik Tannheim

Zum Abschied verbreitete sich etwas Hoffnung – noch ist in Sachen Standortübungsplatz der Bundeswehr im Weißwald bei Tannheim das letzte Wort nicht gesprochen: Die Tannheim-Geschäftsführer Thomas Müller und Roland Wehrle zeigten sich am Donnerstag, den 8. April 2021 nach einem dreistündigen Rundgang mit Generalinspekteur Eberhard Zorn durch die Nachsorgeklinik sehr angetan. Sie betonten: „Wir sind nach dem heute Gesagten überzeugt, dass er alles unternimmt, um unsere Existenz zu sichern. Wir können unsere Nachsorgeklinik nicht verlegen, die Bundeswehr ihren Standortübungsplatz zwischen Brigachtal und Tannheim allerdings sehr wohl.“

Mit Eberhard Zorn führten die beiden Tannheim-Geschäftsführer einen sehr menschlichen und äußerst interessierten Gast durch ihre Nachsorgeklinik. Der Generalinspekteur zeigte sich überrascht von der hohen Qualität und der Ganzheitlichkeit der Arbeit, die Tannheim leistet. Die schweren Patienten-Schicksale bewegten ihn sichtlich. Er räumte unumwunden ein: „Das habe ich so nicht erwartet!“ Roland Wehrle und Thomas Müller sind sich einig: „Wir haben im Generalinspekteur eine Persönlichkeit angetroffen, die unsere Arbeit sehr schätzt.“

Im Gespräch mit Jochen Künzel, Psychosozialer Leiter, Dr. med. Philipp Bludau, Ärztlicher Leiter, sowie Dr. med. Stefan Weis, Stellvertretender Ärztlicher Leiter, erfuhr der ranghöchste deutsche Soldat die grundlegenden Fakten zur Arbeit der Nachsorgeklinik. Vor allem, wie dringend die schwer chronisch kranken Patienten die in Tannheim herrschende Stille für ihren Genesungsprozess benötigen. Bisher verharmlost wurde in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass im Waldgebiet zwischen den Gemeinden Brigachtal und Tannheim jährlich bis zu 150 Übungen geplant sind – etliche davon nachts. Die dabei fallenden Schüsse und die von Übungsgranaten ausgelösten Detonationen würden die Arbeit der Nachsorgeklinik so gut wie unmöglich machen, die Patienten zutiefst erschrecken und beunruhigen. Die Verantwortlichen in Tannheim belegten diesbezüglich die besondere Situation ihrer Patienten mit konkreten Fällen.

Es sei nichts entschieden, man stehe erst am Beginn des Entscheidungsprozesses zum Standortübungsplatz, beschwichtigte der Generalinspekteur. Mit Entscheidungen sei frühestens im Sommer 2022 zu rechnen, dann lägen die Ergebnisse von Machbarkeits-, Umwelt- und Lärmschutzstudien vor. Was den Lärmschutz anbelangt, räumte der Generalinspekteur unumwunden ein, dass der Gefechtslärm trotz Übungsmunition in Tannheim mit großer Wahrscheinlichkeit zu hören sein würde.

Noch am Vormittag hatte sich bei einer Besichtigung des möglichen Standortübungsplatzes und einer dortigen Übung alles entschiedener angehört. Eberhard Zorn unterstrich dabei, dieses Waldgebiet eigne sich grundsätzlich für Übungen. Wie der Generalinspekteur wohnten u.a. der Bundestagsabgeordnete Thorsten Frei, Landrat Sven Hinterseh, Oberbürgermeister Jürgen Roth (Villingen-Schwenningen), Oberbürgermeister Erik Pauly (Donaueschingen), Bürgermeister Michael Schmitt (Brigachtal), MdL Martina Braun (Grüne) sowie weitere Kreis- und Kommunalpolitiker und die beiden Tannheim-Geschäftsführer der Übung des Jägerbataillons 292 bei. Geschossen wurde im Rahmen dieser ersten Übung noch nicht, eine Gefechtssituation soll jedoch nachgeholt werden.

Zum Abschluss seines Besuches bat Eberhard Zorn die Verantwortlichen in Tannheim, mit ihm in einem engem und vertrauensvollen Austausch zu bleiben. Entscheidend sei letztlich, in welche Richtung die Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer tendiere.

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