psychosoziale Begleitung

// THERAPIEANGEBOTE

Wenn alle Lebensträume platzen…

Familien, die nach Tannheim kommen, haben Unfassbares erlebt. Sie sind konfrontiert mit der lebensbedrohlichen Krankheit ihrer Kinder, mit Angst, Ohnmacht und Hilflosigkeit, Sterben und dem Tod. Sie alle hatten Träume von einer heilen und manchmal sogar besseren Welt – mit fröhlichen, glücklichen Töchtern und Lausbuben, einem gemütlichen Heim, von Karriere und Wohlstand, von Menschen, die für sie da sind, mit ihnen lachen, weinen und sie trösten.

Die Erwachsenen wollten gute Eltern sein, ihre Kinder achtsam beschützen und ihnen gleichzeitig Mut zusprechen, um das Leben zu entdecken. Bei all diesen Abenteuern wollten sie der schützende Hafen sein und bei wilden Aktionen die Vernunft mitreden lassen. Mit der eigenen Erfahrung wollten sie ihre Kinder führen und auf das Leben mit seinen bunten Facetten vorbereiten. Dabei konnten sie gemeinsam mit ihren Kleinen so manche Entdeckungsreise hinein in die Welt nochmal selbst erleben.

Und dann kam das Unvorhergesehene, das Unglaubliche – die Diagnose einer lebensbedrohlichen Erkrankung. Keiner konnte es verhindern. Wollten nicht alle das Leben gerne selbst bestimmen und kontrollieren, es beeinflussen, indem sie alles richtig machten? Alle Träume, Illusionen, Erwartungen und die Zukunft waren innerhalb weniger Sekunden, mit wenigen Worten: „Ihr Kind hat Krebs …“, mit einem so kurzen Satz, zerronnen, aufgelöst, zerplatzt, unwichtig geworden!

Die Seele braucht Zeit

Alle erstarren mehr oder weniger. Die Seele braucht Zeit, auch wenn der Kopf längst verstanden hat. Die Konfrontation mit Krebs, Mukoviszidose oder einem Herzfehler lässt ins Bodenlose fallen und gleichzeitig muss gehandelt, organisiert und das Leben vollkommen neu geregelt werden. Jetzt sind augenblicklich Fähigkeiten verlangt, die so noch nie in diesem Ausmaß gefordert waren und von denen mancher gar nicht wusste, dass er sie hat.

„Wir haben einfach funktioniert“, sagen die Eltern, und es ist gut so, wenn das Notstandsmanagement lief. Diese Anstrengung fordert ihren Tribut und früher oder später sind die Akkus leer. Wer im Alltag psychische und physische Schwerstarbeit leistet, wird in der Rehabilitation wieder Lebensenergie tanken.

Psychosoziale Arbeit in der Nachsorgeklinik Tannheim heißt, normale Familien in extremen, unnormalen Lebenssituationen zu begleiten. In Tannheim ist die medizinische Behandlung bei gleichzeitiger psychischer Unterstützung der Familie eine Selbstverständlichkeit. Denn die Bewältigung einer lebensbedrohlichen Erkrankung hängt entscheidend davon ab, wie es dem Kind und seiner Familie gelingt, eine Auseinandersetzung mit der Krankheit, der Behandlung und den Therapieanforderungen zu leisten.

Was ist mit uns geschehen?

In der Rehabilitation können die Familien nach einer Zeit des Überlebens erstmals wieder durchatmen. Und es stellen sich Fragen ein: „Was ist überhaupt mit uns geschehen?“ und „Wie kann es weitergehen?“

Im Schutze der Rehabilitation findet die Annäherung an Schmerzliches, Angstvolles und Kränkendes statt, und die Familien wenden sich der Frage nach dem Sinn und der Bedeutung des Erlebten zu. Diese Schritte werden in fürsorglicher und einfühlsamer psychosozialer Begleitung angeregt. Die traumatischen Erfahrungen gilt es nun ins Leben der Familie zu integrieren.

Dabei ist die Veränderung der Lebensweisheit spürbar – wem die Aussöhnung mit der Vergangenheit gelingt, kann gereift der Zukunft entgegengehen. Schwierige Zeiten als Familie zu bewältigen und sich die gemeinsame Geschichte zu eigen zu machen, kann die Liebe zueinander und den Zusammenhalt vertiefen.

Um eine für die individuelle Situation ihrer Familie zugeschnittene Behandlung gewährleisten zu können, wird jede Familie von einem Bezugstherapeuten begleitet, der in einem Aufnahmegespräch ihre ganz persönliche Situation und ihre Ziele erheben wird. Gemeinsam wird dann überlegt, welche Angebote der psychosozialpädagogischen Abteilung für diese Ziele sinnvoll sind. Hierbei handelt es sich um verschiedene Gesprächsangebote (Einzel-, Paar-, Familien- oder Gruppengespräche), Entspannungsverfahren, fachtherapeutische Angebote (Kunsttherapie, Heilpädagogik oder Reittherapie) und freizeitpädagogisch orientierte Angebote. Jedes Familienmitglied bekommt einen eigenen Wochenplan mit den individuellen Terminen. Im Verlauf der Rehabilitationsmaßnahme ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den anderen Abteilungen der Klinik (Medizin, Physiotherapie, Kindergruppen, Klinikschule) die Basis für eine therapeutisch fundierte und der Situation angepassten Begleitung der Familie. Gegen Ende des Aufenthaltes wird die Notwendigkeit einer weiteren ambulanten Nachsorge in den Fokus genommen, so dass die in den 4 Wochen erzielte Regeneration auch im häuslichen Umfeld nachhaltig gewährleistet werden kann.

» Der Patient heißt Familie.
Die therapeutische Behandlung in der Nachsorgeklinik Tannheim schließt alle Familienmitglieder ein.

Kontakt

Nachsorgeklinik Tannheim gemeinnützige GmbH

Gemeindewaldstraße 75
78052 VS-Tannheim
Telefon: 07705 / 92 00
Fax: 07705 / 92 01 99
IK-Nr. 510 833 461
info@tannheim.de

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